Der Geschmack der Wurzel ist scharf, wie bei der Steckrübe. Die Blätter, die Blütenknospen und das weiche Stengelmark schmecken mild.
Sammelgut und Sammelzeit: Wurzel im Herbst des ersten oder im Frühjahr des zweiten Jahres; Blätter der grundständigen Blattrosette das ganze Jahr, Stengelblätter und Blütenknospen Mai bis
September; Samen ab Juli.
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Linolensäure(10%), Ölsäure, Palmitinsäure Eiweiß, Mineralstoffe, Stärke.
Kultur im eigenen Garten: Vermehrung durch Aussaat im Herbst oder Frühjahr auf trockenem Boden. Sät sich bei günstigen Bedingungen selbst aus.
Wissenswertes
Jeden Abend öffnen sich einige Blüten der Nachtkerze, blühen 24 Stunden und schließen sich dann wieder. Sie werden hauptsächlich von Nachtfaltern besucht. Die Nachtkerzenarten haben bei der
Erforschung der Vererbungsgesetze eine große Rolle gespielt.
Namensgebung: Der Gattungsnamen Oenethera leitet sich vom Griechischen oinotheris = Blume ab, der Artname biennis bezieht sich auf die Zweijährigkeit der Pflanze. Weil sich die Wurzel beim
Kochen schinkenrot färbt, entstand der deutsche Namen "Schinkenkraut" oder "Rapontika". Die Bezeichnung "Nachtkerze" bezieht sich auf die beginnende Öffnung der Blüten am Abend und deren
Bestäubung durch Nachtfalter.
Heilkunde: Die Wirkung der Pflanze wird als blutreinigend und krampflösend beschrieben. Die Indianer Nordamerikas nutzten die Nachtkerze für verschiedenste Heilrezepturen, Geschwüre, andere
Hautkrankheiten und leichte Verletzungen wurden mit einem Pflanzenbrei behandelt. In der Volksheilkunde wird die Nachtkerze bei Hyperaktivität der Kinder, erhöhtem Cholesterinspiegel,
prämenstruellem Syndrom, Multipler Sklerose, Diabetes, Akne, Durchfall und Hautauschlägen verwendet. Zum homöopathischen Arzneimittelbild gehört Durchfall.
Nutzpflanze: Wurde früher als Gemüsepflanze angebaut. Das Öl aus den Samen ist Bestandteil von Hautpflegemitteln und Kosmetika.
Mythos/Geschichte: Die Nachtkerze stammt aus Nordamerika und kam im Jahr 1614 aus Virginia nach Europa. Zuerst wurde sie im botanischen Garten von Padua gezogen und verbreitete sich von
dort aus über Mitteleuropa.
Magie/Brauchtum: Ein altes Sprichwort behauptet, dass ein Pfund Schinkenwurzel mehr Kraft gibt als ein Zentner Ochsenfleisch.