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Der Julianische Kalender

2014 KW32

Der Blick auf den Kalender ist fast erschreckend: Unglaublich, aber es ist schon wieder August. Der Schweiß rinnt uns über die Stirn und der Hochsommer zeigt sich von seiner besten Seite. Aber nur noch die 31 Tage des achten Monats kann man getrost als Sommerzeit bezeichnen, danach geht es in großen Schritten auf den Herbst zu. Moment mal: 31 Tage? Der Juli hat 31 Tage und der August auch. Das hat schon in der Grundschule für Verwirrung gesorgt, als uns beigebracht wurde an der geballten Faust abzulesen, wie viele Tage die verschiedenen Monate haben. Warum ist das eigentlich so? Warum haben die aufeinander folgenden Monate Juli und August jeweils 31 Tage, während der schwächliche Februar nur mickrige 28 bzw. 29 Tage abbekommen hat?

„Im Jahr 46 vor Christus, also vor unserer Zeitrechnung, führte der römische Kaiser Julius Caesar den „Julianischen Kalender“ ein. Zu Ehren Julius Caesars wurde der Monat Juli zwei Jahre nach seinem Tod nach ihm benannt.

Im Jahr 27 vor Christus wurde Gaius Octavius unter dem Namen Augustus zum Kaiser gekrönt und die Idee, einen Monat nach dem Kaiser zu benennen, fand er gut. Deshalb soll er beschlossen haben, dass der Monat „Sextilis“ besser August heißen sollte. Damals hatte der August aber nur 30 Tage - und das passte dem Kaiser überhaupt nicht! Warum sollte „sein“ Monat einen Tag wenigerhaben als „Caesars“ Monat? Der eitle Kaiser wollte, dass sein Monat ebenso 31 Tage zählt. Schließlich durfte keiner denken, dass er weniger wichtig als Caesar sei! Damit der Kalender weiter funktionierte, musste Augustus dem letzten Monat im Jahr dafür einen Tag streichen. Das war nach dem altrömischen Kalender der Februar. Der Februar hat also nur noch „Resttage“ - denn 365 Tage lassen sich nicht durch 12 Monate teilen.“

(Quelle: www.kinder-echo.de)

Hätten Sie es gewusst? Meteorologische Gründe für die ungleichen Dauern der Monate wären näherliegend gewesen, oder? Aber nein, ausschließlich Machtdemonstrationen früherer Herrscher sind bis heute dafür verantwortlich, dass eifrige Grundschulkinder perplex auf Ihre Fäuste starren und die zwölf Monate mindestens drei- bis viermal im Geiste durchzählen, bevor der reichlich gelangweilte Lehrer die immergleiche Aussage zu hören bekommt: „Also meiner Faust zufolge müssten die Monate August und Juli beide 31 Tage lang sein.“ Es ist verzeihlich, dass die meisten Lehrer die über den Köpfen aufsteigenden Fragezeichen mit einem „Das-ist-halt-so“ abhandeln, ohne den Unterrichtsstoff über vorchristliche Geschichte einige Schuljahre vorzuziehen.

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