Regionale Produkte von Naturland Mohr aus Rieden

Regionale Produkte von Naturland Mohr aus Rieden
Mein Vater berichtet noch heute...

Mein Vater berichtet noch heute oft aus seinen Anfangszeiten: „Die Vermarktung der Ernte ist eine größere Herausforderung als die Erzeugung.“ Zwischenzeitlich hat die Nachfrage nach biologischen Produkten zwar deutlich zugelegt, andererseits werden auch immer mehr Bioprodukte produziert – somit ist ist die Vermarktung weiterhin kein Selbstläufer. Zudem sind viele Landwirte leidenschaftliche Erzeuger, die mit der Vermarktung am liebsten möglichst wenig am Hut haben möchten. Hier kommt die Ökokiste Schwarzach ins Spiel: Wir entlasten die Erzeuger von der Vermarktung, indem wir ihnen große Mengen zu fairen Preisen abnehmen. Manche unserer Lieferanten vermarkten sogar hauptsächlich an uns.

Anfang des Jahres wurde Werner Mohr aus Hausen bei Würzburg (OT Rieden) bei uns vorstellig. Der 40-Jährige baut größtenteils Zuckerrüben und Getreide an und möchte zukünftig seinen Gemüsebau erweitern. In weiser Voraussicht fragte er uns, ob wir einen Teil seiner Vermarktung übernehmen würden. Mittlerweile hat die Zusammenarbeit an Fahrt gewonnen und Herr Mohr liefert immer mehr Gemüse. Alleine in diesen Wochen erhalten wir von ihm unter anderen Staudensellerie, Sweet Dumplin (Kürbis), Spitzkraut, Lauch, Blaukraut und Bundzwiebeln.

Am Donnerstag, den 10. September statteten wir Herrn Mohr einen Besuch ab, um seinen Betrieb zu besichtigen – schließlich wollen wir wissen, wo die Erzeugnisse herkommen. Sein Anbaugebiet liegt am Rande der Bergtheimer Mulde – diese Region ist für hervorragende Böden bekannt, ebenso wie für Wasserknappheit. Dementsprechend muss Werner Mohr mit dem nassen Gut streng haushalten. Seine Lösungsansätze: die Auswahl der richtigen Kulturen, Mulch-Anbau und Tröpfchen-Bewässerung: Beim Mulch-Anbau wird der Boden vor der Pflanzung mit Stroh bedeckt, damit das Wasser unter der Schutzschicht gespeichert bleibt. Ein positiver Nebeneffekt liegt in der Unkraut-Unterdrückung. Die Tröpfchen-Bewässerung ist der Gegenentwurf zu allseits bekannten Über-Kopf-Bewässerung (Regen-Imitation): Bei dieser Methode werden Schläuche zwischen die Kulturen gelegt, aus denen tröpfchenweise Wasser austritt.

Die zunehmende Trockenheit nötigt die heimischen Landwirte zu anderen Anbau-Verfahren. Im Laufe der kommenden Jahrzehnte wird sich aller Voraussicht nach Vieles ändern. Die Tröpfchen-Bewässerung wird sich wahrscheinlich als Standard durchsetzen. Ebenso wird es vermutlich weniger Salat (vertrocknet schnell) und Kohl (hoher Schädlingsdruck) aus der Region geben, stattdessen Kichererbsen, Amaranth und vielleicht auch mal reife Paprika. Bestenfalls wendet sich das Blatt und die Niederschläge nehmen wieder zu, ansonsten müssen wir uns eben mit den geänderten Bedingungen arrangieren. Mit engagierten und lernwilligen Landwirten wie Werner Mohr wird dieser Wandel gelingen.

Diese Arte-Doku berichtete kürzlich über Wasserknappheit in Franken.
https://www.arte.tv/de/videos/092185-002-A/re-jeder-tropfen-zaehlt/